Die Geschichte des ICAS

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Quelle: About ICAS, http://www.criticalanimalstudies.org/about/.
Übersetzung: Palang LY, niceswine@gmail.com. Revised 7/8/14.

Das ‚Institute for Critical Animal Studies’ (ICAS) ist ein internationales, auf ehrenamtlicher Ebene organisiertes akademisches Zentrum, das im Jahr 2001 – zuerst unter dem Namen ‚Center on Animal Liberation Affairs’ (CALA) – gegründet wurde. Es ist das erste interdisziplinär arbeitende akademische Zentrum, das sich einer Fundierung und Erweiterung des Studiengebietes kritischer Tierstudien widmet.

Der ‚Center on Animal Liberation Affairs’ (CALA) selbst wurde im Jahr 2001 von Anthony J. Nocella II mitbegründet. Die Grundlage dabei bildete die sich zunehmend kristallisierende Thematik, der schließlich im Jahr 2004 mit der Publikation ‚Terrorists of Freedom Fighters? Reflection on the Liberation of Animals’ (Lantern Books 2004) eine erste Anthologie gewidmet wurde.

TOFF for ICAS Anthony NocellaWährend die kritischen Tierstudien in den Jahren 2006 bis 2007 ihren formellen Anfang nahmen, entschied sich der ‚Center for Animal Liberation Affairs’ (CALA) umzubenennen zu ‚Institute for Critical Animal Studies’ (ICAS). In den Jahren 2007 bis 2010 beschränkte sich die Arbeit des ICAS auf Nordamerika, wo eine jährliche Konferenz organisiert wurde, das ‚Journal for Critical Animal Studies’ ins Leben gerufen wurde und verschiedene erweiterte Projekte stattfanden.

Im Jahr 2011 wurde das ICAS internationaler und man versuchte auf jedem Kontinent eine Zweigstelle zu gründen. 2012 fanden in verschiedenen Ländern erste jährliche Konferenzen statt, organisiert von regional aktiven Komittees. Im Jahr 2013 festigten sich die Ziele des Instituts zunehmend, mithilfe regelmäßiger internationaler virtueller Vorstandssitzungen, die über das Internet abgehalten wurden.

Anfang des Jahres 2014 veröffentlichte eine Gruppe der im ICAS aktiven ‚Scholar-Aktivisten’ das Buch: ‚Defining Critical Animal Studies: An Intersectional Social Justice Approach for Liberation’ (Peter Lang), in dem die Ziele und der Rahmen kritischer Tierstudien definiert werden, auf einer Grundlage von 10 Prinzipien, die dem Institut als Leitlinie gelten. In der gleichen Zeit erschienen andere Publikationen von Mitgliedern und Freunden des ICAS, die sich mit den kritischen Tierstudien (KTS) befassen, wie beispielsweise die Anthologie ‚Animals and War: Confronting the Military-Animal Industrial Complex’ und ‚The Rise of Critical Animal Studies: From the Margins to the Centre’.

defining casDas ICAS ist bis heute gereift, hat Erfahrungen gesammelt, sich gefestigt und wird von der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung auf internationaler Ebene anerkannt.

Das erste Leitbild des ‚Center for Animal Liberation Affairs’ (CALA) lautete: „Der auf einer Nonprofit-Ebene arbeitende ‚Center for Animal Liberation Affairs’ ist das erste akademische interdisziplinär arbeitende Zentrum für Tierrechtsbelange. Sein Ziel umfasst die Entwicklung, bildungspolitischer Ansätze, und Forschungen und Analysen aus dem Themengebiet vorzustellen.“

Die initialen Konferenzen und Veranstaltungen des CALA, als auch daraufhin des ICAS, kennzeichneten sich insbesondere durch Radikalität, Intersektionalität und boten einen Raum, in dem neu entstehende Herangehensweisen und Ideen aus den Randgebieten akademischer und aktivistischer Gemeinschaften unter nähere Betrachtung genommen werden konnten.

Die Benennung: ‚kritische Tierstudien’

Der Begriff ‚Critical Animal Studies’ (CAS) kristallisierte sich aus dem intensiven Dialog zwischen zahlreichen verschiedenen Akademiker_innen und Aktivist_innen weltweit, die in den Bereichen ‚Tierrechte’ und ‚Tierbefreiung’ aktivistisch tätig sind, und wurde im Jahr 2007 als Bezeichnung für die Arbeit des Instituts festgelegt. Das Kernanliegen des ‚Institute for Critical Animal Studies’ ist die Ausschaltung und die Dekonstruktion der Mechanismen von Herrschaft und Unterdrückung.

Eine Kurzdefinition ‚kritischer Tierstudien’

Gründend in der Tierbefreiung, bilden die kritischen Tierstudien ein radikales, interdisziplinäres akademisches Feld, das sich dem Aufbau einer holistisch-gedachten Bewegung zur vollständigen Befreiung von Menschen, nichtmenschlichen Tieren und der Erde widmet.

Die kritischen Tierstudien arbeiten im Bereich intersektionaler praxisbezogener Politik, zusammen mit Teilen der Bürgerrechtsbewegung, für einen gemeinsamen Einsatz gegen Herrschaftssysteme und Unterdrückung.

Das zentrale Anliegen des ICAS

Unser Institut ist von der Notwendigkeit überzeugt, dass zur Abschaffung von Herrschafts- und Unterdrückungssystemen, Akademiker, die sich in aktivistischer Weise mit der Verteidigung von Tieren, Tierrechten und der Tierbefreiung befassen, in einem gemeinsamen Studiengebiet zusammenkommen sollten (vergleichbar mit anderen marginalisierten Gebieten, wie den Frauenstudien und den ethnischen Studien beispielsweise), um Theorien, Taktiken und Strategien zur Förderung der Tierbefreiung und der Freiheit im Allgemeinen zu diskutieren. Siehe dazu auch: Die zehn Grundprinzipien der kritischen Tierstudien.

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